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„Das neue Jahr sieht mich freundlich an, und ich lasse das Alte mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir.“ – Johann Wolfgang von Goethe –

Der letzte Tag im Jahr ist für unsere Familie immer etwas Besonderes.

Schon als Kind hat mich die Besonderheit des Tages fasziniert. Erwachsene wurden auf einmal rührselig, irgendwie war es wichtig, dass man ganz lang aufblieb und vor allem war auch das Essen und der „Zeitvertreib“ bis Mitternacht etwas Besonderes.

Raclette, Blei gießen (heute verboten!), Christbaumschmuck verlosen (das ist ein Kartenspiel, bei dem die Schokoladen – Anhänger des Weihnachtsbaums gewonnen werden können), „Dinner for one“ anschauen und natürlich das Feuerwerk draußen im Schnee gehörten dazu. Und dann wurde viel über gute Vorsätze fürs neue Jahr geredet und darüber, dass man diese doch nie einhalten kann…

Wie war bei euch in eurer Kindheit der Silvester Abend? Was musste immer dabei sein?

Mit eigener Familie und kleinen Kindern ist mir dann bewusst geworden, wie lange so ein Warten auf Mitternacht werden kann, vor allem bei chronischem Schlafmangel (in der Zeit, wo die Kindern noch sehr klein waren). Mit der Zeit ist unsere Familie immer größer geworden und wir haben zu zwei wunderschönen Ritualen gefunden, die diese Zeit für uns alle zu einer ganz besonderen Wartezeit werden lassen. Inzwischen ist es eine Tradition, die keiner mehr missen möchte.

Fokussierung auf das Positive im Leben – Wir können für so viel dankbar sein

In Anbetracht der täglichen Nachrichten und Schlagzeilen kommen wir sehr leicht zu dem Glauben, dass die Zeit in der wir leben nur schrecklich ist, von einer Krise zu nächsten taumelt und vor allem wir alle einer schrecklichen Zukunft entgegengehen. Negative Glaubenssätze vertiefen sich und lähmen unsere Kreativität und unsere Handlungsfähigkeit. Gerade 2016 wird gerne in der Presse als „Katastrophen-Jahr“ tituliert und 2017 sieht ebendiese mit Schrecken entgegen.

Viel wichtiger als die Fokussierung auf das „Schlechte“ ist die Fokussierung, v.a. auch für unsere Kinder, auf das Positive auf die wunderbaren Momente in unserem Leben. Die Schätze, die wir damit uns und unseren Kindern schenken sind die Basis für ein glückliches, erfülltes und gesundes Leben. Eine gute Übung ist es täglich 10 Dinge aufzuschreiben, für die man dankbar sein kann. Erstaunlich ist immer wieder, dass wir doch 10 Dinge finden werden, selbst, wenn wir bisher dachten, dass der Tag nur schrecklich war.

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Danke 2015! Foto (c) Lebendige Familienzeit
Ritual 1: Danke 2016!

Diese “Dankbarkeitsmomente” einmal im Jahr für das ganze Jahr gemeinsam in der Familie zu sammeln ist für alle bereichernd. Dazu gestalten wir ein Din A 4 oder Din A 5 Papier gemeinsam. Überschrift ist immer „Danke + das Jahr, das geht“. Und dann geht es los – alle schreiben, erzählen und, wenn sie nicht schreiben können malen ihre Geschichten, Momente, Erlebnisse, für die sie dankbar sind. Erinnerungen werden so für alle greifbar und festgehalten.

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Wunsch fürs neue Jahr. Foto (c) Lebendige Familienzeit
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Manche malen ihren Neujahrswunsch. Foto (c) Lebendige Familienzeit

Damit auch unsere Wünsche und Träume für das neue Jahr verwirklicht werden können schreiben wir dann noch genau diese für das neue Jahr auf. Ganz im Sinne von Victor Hugo:

„Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will.“

Für uns Eltern ist es wunderbar zu sehen, auf was sich die Kinder im neuen Jahr freuen und was sie schätzen. So manchen Wunsch konnten wir wahr werden lassen, manche Vision mit Leben füllen, eben weil wir sie an Neujahr alle aufgeschrieben oder aufgemalt hatten.

Willkommen 2017! – die zweite Tradition

In derselben Größe wie das Danke-Blatt gestalten wir dann auf einem andersfarbigen Papier die Wunschseite für das neue Jahr. Wir nennen sie „Willkommen 2017“. Mit Fragen in die Runde beginnt dann das Schreiben und Malen.

Willkommen-2016! Neujahrstradition

Wo wollt ihr im neuen Jahr hingehen? Wen wollt ihr besuchen? Was wollt ihr in den Ferien machen? Was sollen wir mal wieder als Familie gemeinsam unternehmen? Welche Feste stehen an? Was möchtest du dieses Jahr erreichen? Worin möchtest du „besser“ werden? Nach was soll das neue Jahr schmecken? Riechen? Welche Musik möchtest du hören? Mit was möchtest du anfangen? Was soll gleichbleiben? …

Beide Papiere laminieren wir dann ein und sie hängen dann für ein Jahr im Wohnzimmer und erinnern uns täglich an die schönen gemeinsamen Momente und unsere Wünsche und Ziele.

Welche Wünsche werden Euch im neuen Jahr begleiten? Was war Euer schönster Familienmoment in 2016? Wir freuen uns auf eure Geschichten für unsere Familienschatzkiste im Kommentar!

Ritual 2: Die eigenen Wünsche für die magischen “Wunschfläschchen”
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magischer-Wunscherfüller-Foto (c)-Lebendige Familienzeit

Weil jeder ja auch noch seine geheimen Wünsche, Sehnsüchte und Visionen hat, bekommt jeder noch einen ca. 2-3 cm dicken Streifen Papier auf dem er/sie genau diese Wünsche/Sehnsüchte/Visionen schreibt. Keiner liest sie! Wenn man fertig geschrieben oder gemalt oder geklebt (tolle Sticker sind für die Allerkleinsten eine attraktive Sache!) hat rollt man den Streifen ganz klein zusammen, so dass er in das Fläschchen passt. Vorsicht – in den Fläschchen steckt Wunscherfüllungsmagie!

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Wünsche-Neujahrstradition
Fläschchen mit Wunscherfüllungsmagie Foto (c) Lebendige Familienzeit

Manches Wunschpapier bleibt auch einfach stecken…Selbst wenn wir mal eine große Party mit Freunden zu Silvester hatten – die Fläschchen können von allen gefüllt werden!

Vielleicht schauen wir mal in 30 Jahren gemeinsam rein, um zu sehen wie mächtig der Fläschchen-Zauber wirklich war…

Welches Neujahr-/Silvester-Ritual begleitet Eure Familie? Schenkt es uns für die Familienschatzkiste hier im Kommentar! Das ist unser Wunsch für den letzten Tag im Jahr.

Willkommen -2017

In diesem Sinne – habt ein wunderschönes Silvester und ein magisches neues Familienjahr 2017!

Eure

 

Tags : FamilienschatzkisteNeujahrRitualeSilvesterTraditionen

8 Kommentare

  1. Meine Familie und ich besuchen immer unsere Größeltern 🙂

    Wir genießen gutes Essen zusammen, wir spielen Karten und wir gucken das Feuerwerk an. Um Mitternacht wünschen wir einander ein frohes neues Jahr und umarmen einander ?

    Liebe Grüße von Norwegen 😀

    1. Den Wunscherfüller haben wir geschenkt bekommen – allerdings als Blumenvasen – Mobile. Mit den Herzen, die wir selber gebogen haben, ist er dann zum magischen Wunscherfüller geworden. Ich glaube, dass es gar nicht schwierig ist, solch ein „Mobile“ selber zu machen.
      Ein Projekt von uns ist es, die Herzen noch mit Perlen zu verschönern. Das werden wir Euch dann natürlich auch zeigen.
      Komm gut ins neue jahr,
      Deine Isabel

  2. Ohhhh das sind zwei tolle Rituale! Die werde ich mir gleich abschauen?!
    Bei uns in der Familie haben wir immer alle zusammen gefeiert! Alle Oma’s und Opa’s, Großtanten und Großonkel waren bei uns! Jeder hat seine Lieblingsspeise mitgebracht! Es wurde viel getanzt und gesungen! So war niemand allein!
    Ich wünsche euch von ? einen schönen Silvestertag !

    Beatrix und Jeremy

    1. Liebe Beatrix, das ist wirklich ein schöner Brauch, das zu teilen, was man liebt – z.B. das Essen 🙂 und miteinander Zeit zu verbringen! Danke, dass du diese Tradition in die Familienschatzkiste legst! Habt eine richtig schöne Feier heute. Ganz Liebe Grüße von Isabel & Anette

  3. Hallo , liebe Grüße von eier Austauschschülerin aus Simbabwe!
    Für uns bedeutet Neues Jahr bei 28 Grad draußen grillen, mit Familien zu sein und sich zu unterhalten. Die Jungs bereiten ein Feuer vor und jeder kann sich hinsetzen. Kurz vor Mitternacht jeder kriegt ein Zettel und schreibt irgendwelche Probleme, Sorgen oder Ängste, die dich im vergangenen Jahr zurückgehalten haben darauf. Dann zählen wir von 10 runter und währenddessen musst du richtig daran denken, und sich versprechen, dieses Dinge hinter sich zu lassen. Wenn das neue Jahr beginnt werfen wir alle Zettel in das Feuer, gleichzeitig. Unser neues Jahr fängt “with a weight taken off our sholders”, also mit ein bisschen weniger Problemen, an.
    Nja, dann wir beten auch, es kommt Feuerwerk, und wir wünschen uns gegenseitig “Muve NeGore Idzva” (so sagt man “ein frohes neues Jahr” auf Shona)
    Liebe Grüße, Makorokoto egore idzva
    Rumbidzai (Rumbie) Taruvinga

    1. Liebe Rumbie,herzlichen Dank für deinen Kommentar. Euer Ritual/Brauch ist ja wundervoll! Danke, dass du ihn mit uns geteilt hast und damit sogar ein “Stück Simbabwe” in die Familienschatzkiste gelegt hast. Den Brauch machen wir auf jeden Fall einmal nach und wünschen dir einen tollen Rutsch ins neue Jahr “with a Wright taken off your shoulders”… Muve NeGore Idzva. 🙂
      Anette & Isabel

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