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Wir waren übers Wochenende bei Oma und Opa. Beim „Kruschteln“ im Spielzimmer haben die Kinder ein wirklich altes Buch gefunden: Auszählreime, Verse, Fingerspiele und andere Klatschspiele für Kinder und ihre Eltern (1920). Ein ganz verrückter Nachmittag mit jede Menge Klatschspiele und co. hat für uns damit begonnen…

So macht das Zähneputzen und Haare flechten Spaß

Wir haben entdeckt, dass nicht nur wir uns Reime und Verse oder Klatschspiele zu alltäglichen Dingen ausdenken, wie unser Vers zum Zähneputzen hier:

Auch im 19. Jahrhundert haben sich Menschen kleine Gedichte überlegt, mit denen alltägliche Dinge einfacher und spielerisch gestaltet werden können: z.B. diesen Vers zum Haare flechten für Kinder:

Beim Haarflechten

Mein Schätzchen halt nur still den Kopf,

dann flecht ich dir den langen Zopf

Und schling ein rotes Band hinein

Und Veilchen blau und Romarein.

Halt still mein Schätzchen, wie ein Lamm,

dann setz ich drauf den goldnen Kamm

Und ringsherum den Rosenkranz,

Und dann erst sind wir fertig ganz.

F. Güll – 1854

Klatschspiele und mehr für unsere Familienschatzkiste

Außerdem haben wir Klassiker wie „Backe, backe, Kuchen…“ (man nimmt an vor 1840 in Thüringen entstanden) und das Handstreichelspiel „Da hast’ nen Taler“ im Buch gefunden.

Auf einmal wusste jeder von uns noch ein anderes Klatschspiel, wie z.B. “Bei Müllers hat’s gebrannt”

Und unsere Jugendlichen haben uns zu Hiphop-Musik und Popsongs ihre Art der Klatschspiele, sogenannte „Rhythmicals“ gezeigt. Insgesamt haben wir unsere Familienschatzkiste an Auszählreimen, Streichelversen, Reimgeschichten und Klatschspielen deutlich erweitert an diesem Nachmittag.

Habt ihr mal Langeweile in der Familie? Schaut, was ihr dagegen machen könnt: 

Ganzheitliche Förderung durch Spiel, Spaß und Sprache

Als Pädagoginnen schätzen wir diese Art Spiele sehr. Sie unterstützen maßgeblich die Freude am Sprechen und damit die Sprachentwicklung. Babys genießen die Streichelspiele an Hand und Körper und lauschen den Lauten. Bei Reimgeschichten und Fingerspielen können Kleinkinder schnell mitmachen. Durch Rhythmus und Reim prägen sich die Texte besonders gut ein. Klatschspiele und „Rhythmicals“ fördern die Grob- und Feinmotorik – und das bei Menschen in jedem Alter. Und das Schönste ist, alle haben ihren Spaß dabei! Also nichts wie los mit dem Spielen und Klatschen!

Tischdecken mit Musik

Und welchen Auszählreim, welches Klatschspiel oder Fingerspiel kennt ihr denn so?

Unsere Auszählreim-Lieblinge und liebsten Klatschspiele

Hier sind noch ein paar unserer Auszählreim – Lieblinge für euch – (generationenübergreifend getestet, alle mündlich überliefert)

Ich und Du Müllers Kuh,

Müllers Esel das bist du.

Das bist du noch lange nicht,

sag mir erst wie alt du bist….

1,2,3,4 (und du bist raus!)

 

Plitsche, platsche, patsche,
ich stapfe durch die Matsche.

Nasse Füße, Schnupfen, Dreck,

ritz, ratz, rotz – und du bist weg!

 

Ene mene ming mang,

knieptang, ting-tang,

use, buse eck und du bist weg.

 

Hexe Minka

Kater Pinka

Vogel Fuh

Und raus bist du!

 

Eine kleine Dickmadam

Fuhr mal mit der Eisenbahn.

Dickmadam die lachte,

Eisenbahn die krachte!

Eine kleine Dickmadam

zog sich mal die Hosen an.

Hose krachte,

Dickmadam die lachte

Zog sie wieder aus – und du bist raus!

Und dieses Klatschspiel macht auch so viel Spaß:

Wir wünschen euch viel Freude beim gemeinsamen Spielen, Klatschen und Sprechen!

Eure

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Fotos: la-luna-Familienmusik

Tags : FamilienalltagFamilienkulturFamilienlebengedichte und reimeGrundschulekindergartenMitmachzeitRhythmusspielenUnterrichtsideenvideos

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